Recap zum 1. WestVisions Day 2019

Recap zum 1. WestVisions Day 2019

Am 17. Mai haben die Macher von WestVisions zum 1. WestVisions Day geladen. Dahinter sollte sich ein Barcamp verbergen. Vorweg: Ich habe schon einige Barcamps besucht und fand dieses Format ein wenig interessant.

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Die Location: Medienbunker Marxloh

Die Veranstaltungen von WestVisions, hinter denen die Agentur für digitale Transformation Krankikom aus Duisburg steckt, fanden bisher immer in der Gebläsehalle vom Landschaftspark Nord in Duisburg statt und so wollte ich mich eigentlich auch wieder auf den Weg dorthin machen. Wie gut, dass ich vorher noch einmal nachgeschaut habe, denn der WestVisions Day sollte dort nicht stattfinden. Ort des Geschehens war der Medienbunker in Marxloh. Zugegeben nicht unbedingt die Gegend, wo man unbedingt eine solche Veranstaltung vermuten würde. Von außen war das Gebäude recht unscheinbar, unauffällig nicht, denn so ein Bunker ist schon sehr imposant.

Also hieß es jetzt rein und erstmal einchecken. Mein Ticket habe ich irgendwie nicht finden können, dafür stand ich aber auf der Liste und konnte rein. Und da gab es dann auch schon die erste Überraschung: Mache das Gebäude von außen nicht wirklich viel her – ok, so schlecht sieht der Bunker auch von außen nicht aus, aber das liegt eben an der Art des Gebäudes – so toll sah es innen aus. Hier wurden mit viel Liebe zu Detail die einzelnen Räume unterschiedlich gestaltet. Wenn man den langen Gang vom Eingang hinter sich gelassen hat, kommt man direkt zur Bar Von dort aus gelangt man in einen Raum, der mit viele Diskokugeln an der Decke und schöner 70er Jahre Tapete ausgestattet ist. In einer Ecke standen ein paar Sofas, die dann auch gleichzeitig den Bereich „Area 1“ darstellten. Dort sollten also auch Vorträge stattfinden. Weiter durch ging es dann in einen Raum, der Omas Wohnzimmer in nichts nachstand. Sehr gemütlich und urig eingerichtet waren das dann die Bereiche „Area 2“ und „Area 51“. Alles also sehr gemütlich, aber dann auch doch etwas eng. Mal schauen, wie das dann mit den einzelnen Sessions werden würde.

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Der WestVisions Day #1 beginnt

Der Zeitplan sah vor, dass es ab 14:30 Uhr den Einlass mit kleinen Snacks und Drinks geben sollte und um 15:00 Uhr dann das Barcamp dann beginnt. Ich war pünktlich um halb drei dort, war damit aber nicht der erste, was es dann auch wieder ganz angenehm machte, denn so konnte ich mich mit dem ersten Getränk zu ein paar bekannten Gesichtern gesellen. So langsam trudelten auch die anderen Teilnehmer ein und so wurde dann gegen halb vier dann auch (endlich) gestartet. Tanja, Bianca und Jan (v.l.) von Krankikom sagten in paar kurze Worte und schon ging es mit der Sessionplanung los. Ich war etwas überrascht, dass die sonst bei Barcamps übliche Vorstellrunde mit Namen und drei Hashtags ausblieb. Dazu muss ich aber auch sagen, dass die anwesenden Teilnehmer jetzt nicht unbedingt das barcamp-typische Publikum darstellten. Wie sich heurausstellte, wussten manche auch gar nicht, was ein Barcamp überhaupt is

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Wie dem auch sei, es ging dann mit der Sessionvorstellug los. Es standen zwei Slots mit je drei Räumen zur Verfügung, die gefüllt werden wollten. So wie es aussah standen die sechs Vorträge wohl auch schon im Vorfeld fest, denn es haben sich genau sechs Personen „gemeldet“. Das war das nächste, was ich ein wenig merkwürdig fand, aber nun gut. Es ist ja auch schließlich erst der erste WestVisions Day und daher will ich mal nicht so streng sein.

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Erste Session: Nora Breuker von Setlog über Communites

Der erste Vortrag beim WestVisions Day kam von Nora Breuker. Nora und ihre Vorträge kenne ich jetzt schon eine ganze Weile. Ich hatte sie auf dem #SoMeD-Abend in Düsseldorf Anfang April zu Gast und sie war auch bei der 4. Koks.digital in Bochum mit einem Vortrag dabei. Dieses Mal sollte es aber kein klassischer Vortrag sein, sondern mehr etwas zum Mitmachen. So gab es dann auch noch einer kurzen Einführung auch schon die erste Arbeit. Die Ergebnisse wurden auf einer Flipchart gesammelt und es ging weiter im Programm, woraufhin dann auch schon das zweite Mitmachen folgte. Irgendwie fühlte sich das alles ganz schön lange an und ein Blick auf die Uhr sagte mir dann auch, dass die Veranstalter das mit dem Zeitmanagement nicht ganz so genau nahmen. Denn anstatt die zweite Session direkt anzuschließen, gab es erst einmal eine Pause, in der sich die Teilnehmer dann an den Snacks bedienen konnten. Diese kamen vom Café Kasbar aus Duisburg-Hochfeld und wer dieses Restaurant kennt, der weiß, wie umwerfend und qualitativ hochwertig die Speisen sind, die Maike mit Liebe dort zubereitet. Es war eine schöne Erinnerung mal wieder dort essen zu gehen.

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Zweite Session: Thomas Weltner von ServiceDesignNudge.de

Die zweite Session von Thomas hörte sich schon in der Vorstellrunde sehr spannend an und so war ich gespannt, was mich und uns erwarten sollte. Auch hier habe ich eher mit einem Vortrag gerechnet, habe aber die Vorbereitungen von Thomas am Rande mitbekommen und so wurde es auch wieder eine Mitmachsache. In der ersten Zweierarbeit sollte man seinen Gegenüber innerhalb von 20 Sekunden zeichnen, ohne dabei auf das Blatt zu schauen. Eine ganz schön knifflige Aufgabe, wie sich herausstellte, die aber eine Menge Spaß gemacht hat. Nachdem wir alle Portraits aufgehangen und begutachtet haben, ging es auch direkt weiter. Es standen zwei kurze Spiele an, in denen man seinen Namen an jemand anderes „verschenken“ sollte. Man hat also permanent einen neuen Namen bekommen. Auch eine sehr unterhaltsame Sache, bei der mir aber nicht so ganz klar war, was das mit Service Design zu tun hat. Aber ich muss ja auch nicht alles verstehen. Weiter ging es dann mit Schnellschreiben. In kurzer Zeit – ich meine, dass es zwei Minuten waren – sollten wir alles aufschreiben, was uns zum Begriff „Ruhri“ einfällt. Anschließend sollten wir einen Begriff mit einem Nachbarn tauschen und wieder in einer Minute alles aufschreiben, was uns zu diesem neuen Begriff einfiel. Dieser Wust an Post-its wurde dann auf einer Wand sortiert. Es gab noch ein abschließendes „Spiel“, aus dem ich mich aber rausgehalten habe, da auch hier die eine Stunde, die für die Session eigentlich angesetzt war, auch gut ausgedehnt wurde.

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Netzwerken

Das Barcamp WestVisions Day war mit zwei Sessions das kürzeste seiner Art, was ich bisher mitgemacht habe. Auch, dass im Anschluss an die zwei Slots jeder Sessiongeber noch einmal ein kurzes Fazit abgeben sollte, war mir neu. Es gab noch ein paar abschließende Worte der Gastgeber und es sollte noch fleißig genetzwerkt werden. Bei ein paar Snacks und einem Bierchen habe ich auch noch das eine oder andere Gespräch geführt, fand es dann aber sinnvoller um 19:00 Uhr die U-Bahn nach Hause zu nehmen.

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Mein Fazit

Die Idee, ein Barcamp nachmittags starten zu lassen, fand ich tatsächlich mal ganz gut. Logischerweise können dann nicht so viele Sessions angeboten werden, aber das liegt dann in der Natur der Sache. Das Essen vom Café Kasbar war ausgezeichnet und ließ keine Wünsche offen. Selbst Fleischesser dürften an den vegetarischen Snacks nichts auszusetzen haben.

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Kommen wir zu dem, was mir nicht so gut gefallen hat: Von anderen Barcamps bin ich es gewohnt, dass sich jeder Teilnehmer einmal kurz vorstellt, damit jeder weiß, wer überhaupt dabei ist und man so auch gleich eine Möglichkeit hat jemanden anzusprechen, weil das eine oder andere Thema, was man als Hashtag genannt hat, einen interessiert. Was ich ebenfalls von anderen Barcamps kenne ist, dass der Zeitplan recht penibel eingehalten wird. 45 Minuten für eine Session und 15 Minuten zum Wechseln der Räume bzw. für den Toilettengang sind eigentlich üblich. Hier wurde es sehr locker gehalten, was die Zeit angeht. Mag ganz ok sein, für langjährige Barcampgänger dann aber etwas nervig, wenn man anderes gewohnt ist. Auch etwas ungewöhnlich fand ich, dass die Sessions wohl im Vorfeld schon feststanden. Hätte ich also etwas vorbereitet, was ich hätte anbieten wollen, wäre das wohl nicht möglich gewesen. Ich weis es aber nicht genau, deswegen ist es nur eine Vermutung. Schade fand ich auch, dass von den ohnehin schon wenigen Sessions gleich drei parallel liefen und es nur zwei Zeitslots gab. Da wären zwei Räume und drei Slots besser gewesen, zumal die Zeit locker ausgereicht hätte. Auch wenn die Location echt schön für gemütliche Parties ist, so ist der Medienbunker Marxloh für solch eine Veranstaltung nicht wirklich geeignet. Ich hatte permanent das Gefühl, dass wir schon spät abends hätten, was die Clubatmosphäre begünstigt hat.

Unterm Strich bleibt ein etwas ratloses Gefühl zurück. Ich weiß nicht so ganz, was ich mit dem WestVisions Day anfangen soll. Es ist definitiv noch ordentlich Luft nach oben, die hoffentlich auch genutzt wird. Denn wenn ich die Veranstalter richtig verstanden habe, dann soll dieses Event zweimal pro Jahr stattfinden. Ich werde sicherlich auch beim nächsten Mal hingehen und schauen, was sich in der Zeit getan hat.

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