OMT-Club Treffen in Köln bei morefire – Recap

OMT-Club Treffen in Köln bei morefire – Recap

Ein OMT-Club-Treffen findet meistens am Vorabend einer größeren Veranstaltung statt. So war es auch dieses Mal, denn einen Tag später war der SEO-day. Mario Jung von ReachX hat in die Räumlichkeiten von der Kölner Agentur morefire geladen. Wie immer auf den OMT-Club-Treffen gab es Pizza und kalte Getränke, sodass von Anfang an eine gesellige und entspannte Stimmung herrschte. Aber nicht nur die Pizza ist für diese Veranstaltung typisch, auch Vorträge gibt es immer. Dieses Mal waren es Hellen Pitikaris von morefire und Britta Behrens von Piwik PRO, denen diese Ehre zuteilwurde. An dieser Stelle sei gesagt, dass sich die Vorträge auf dieser Veranstaltungsreihe in keinersterweise von denen auf großen Konferenzen unterscheiden, denn das Niveau ist immer sehr gut.

Hellen Pitikaris von morefire über eine niedrige Bounce Rate durch Eye Tracking

Den Anfang malte Hellen, die quasi ein Heimspiel hatte, fand das OMT-Club-Treffen bei ihrem Arbeitgeber statt. Sie sprach über die Bounce-Rate und wie man diese mit Eye Tracking geringhalten kann. Allgemein wir eine Bounce Rate ja damit beschrieben, dass es User einer Seite sind, die, ohne auf eine andere Seite zu surfen, wieder abspringen. So pauschal kann man es aber nicht sagen, denn wenn ein User auf eine Landingpage kommt und dort alle Informationen findet, die er sucht, dann ist das wiederum ein Qualitätsmerkmal für diese Seite. Daher geht morefire mit einem anderen Ansatz ran. Sie errechnen die Bounce Rate in % aus „Besucher, die eine Landingpage ohne Interaktion wieder verlassen“ geteilt durch „alle Besucher einer Landingpage“. Soviel erst einmal dazu.

Betrachtet wurde aber zuerst die Wirkung einer Landingpage auf einen Nutzer. Hier sind die ersten fünf Sekunden entscheidend (mache sagen auch drei, aber hier wurde von fünf Sekunden ausgegangen). Was passiert genau in diesen fünf Sekunden beim Betrachter einer Webseite?

  1. Sekunde: Unbewusste visuelle Eindrücke -> emotionale Reaktion
  2. Sekunde: Verstehen der Inhalte
  3. Sekunde: Inhalte vs. eigene Zielsetzung
  4. Sekunde: Bei Übereinstimmung -> Motivation zu Conversion
  5. Sekunde: Orientierung: Suche nach dem nächsten Schritt

Doch woher weiß man, ob die ausgewählte Seite den Nutzer zum Konvertieren anregt? Hier bietet sich das Eye Tracking an. Auf der einen Seite ein sehr gutes Mittel, um zu schauen, welche Bereiche der Webseite sich der User anschaut – hier betrachtet man den Bereich „above the fold“, also den Bereich, den man als Erstes sieht, wenn die Seite geladen wird. Auf der anderen Seite ist dieses Vorgehen relativ umständlich, da man hierfür spezielle Geräte benötigt, die man dem Probanden dann aufsetzt. Eine gute und praktikable Alternative ist das Programm EYE QUANT, was das Eye Tracking simuliert und eine Genauigkeit von gut 86,5 % besitzt. Damit lässt sich auch ohne Tester nachvollziehen, wie gut eine Webseite erstellt worden ist. Spannend ist dabei, dass sich mobile Webseiten oft von denen auf dem Desktop unterscheiden, da sie oft schlanker und mit weniger Bilder erstellt werden – ausgehend davon, dass es unterschiedliche Seitendesigns gibt. Durch das vorgenannte Programm bekommt man die s.g. Perception Maps, die einem zeigen, welche Bereiche der Seite als erstes betrachtet werden. Ebenfalls interessant sind dann die Attention Maps, die, wie der Name es schon sagt, anzeigen, auf welche Teilbereiche der Webseite die größte Aufmerksamkeit liegt. Die Regions of Interest und die Design Metrics runden dann die Informationen zu der untersuchten Webseite ab.

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Was macht man jetzt mit diesen Informationen? Man betrachtet die Webseite nach den folgenden Kriterien

  • Kontrast
  • Proposition
  • Position
  • Whitespace

und passt seine Seite dann entsprechend an. Nun kann man den Test noch einem laufen lassen und schauen, ob die Änderungen den gewünschten Effekt gebracht haben.

Fazit

  • Stellt eure Seiten auf den objektiven Prüfstand.
  • Macht euch die Bedeutung des First Screens klar.
  • Passt eure Werbemittel an und testet durch!
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Nach einer gut 20-minütigen Pause, in der die letzten Pizzareste verdrückt und fleißig genetzwerkt wurde, ging es mit Britta weiter. Als Spezialistin für Datenanalyse sprach sie über die dunkle Bedrohung für Analytics und Marketing, die nicht erst seit dem letzten Urteil zu den Cookie-Richtlinie vorhanden ist? Oder gibt es sie vielleicht doch gar nicht?

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Britta Behrens und die dunkle Bedrohung für Analytics und Marketing

Am 01.10.2019 gab es ein EuGH-Urteil, was in der ganzen Online Marketing-Szene mit einem großen Hallo aufgenommen wurde. Dieses Urteil besagt, dass die genutzte Opt-out-Variante zur Nutzung von Tracking-Cookies so nicht rechtens ist. Es darf also nicht vorausgewählt werden, dass ein Nutzer einer Webseite automatisch der Verarbeitung seiner Daten zu Werbezwecken zustimmt. Diese s.g. Cookie-Banner waren gerade in Deutschland gang und gäbe. Nun muss erst noch der BGH für Deutschland final darüber entscheiden, aber es ist davon auszugehen, dass das EuGH-Urteil eins zu eins übernommen wird.

Am 01.10.2019 gab es ein EuGH-Urteil, was in der ganzen Online Marketing-Szene mit einem großen Hallo aufgenommen wurde. Dieses Urteil besagt, dass die genutzte Opt-out-Variante zur Nutzung von Tracking-Cookies so nicht rechtens ist. Es darf also nicht vorausgewählt werden, dass ein Nutzer einer Webseite automatisch der Verarbeitung seiner Daten zu Werbezwecken zustimmt. Diese s.g. Cookie-Banner waren gerade in Deutschland gang und gäbe. Nun muss erst noch der BGH für Deutschland final darüber entscheiden, aber es ist davon auszugehen, dass das EuGH-Urteil eins zu eins übernommen wird.

Was heißt das nun für Werbetreibende und Personen, die die Daten des Users tracken wollen? Es muss statt der bisherigen Opt-out-Option auf eine Opt-in-Option umgestellt werden. D. h. der Nutzer muss aktiv zustimmen, dass seine Daten getrackt werden dürfen. Hier wurde schon einiges umgesetzt und Britta zeigte eine Vielzahl an Beispielen, wie man es nicht machen sollte, aber auch sehr gute Optionen, wie man es richtig machen kann. Gerade für letzteres gibt es speziell für WordPress einen Anbieter namens Borlabs, der, den neuen Richtlinien entsprechend, solche Opt-in-Banner anbietet. Diese gibt es hier*.

Wie sieht nun so eine Consent-Banner-Optimierung aus?

  • Nutzt eure Marke und euer Corporate Design
  • Leitet den User zur vollständigen Einwilligung
  • Verständliche Sprache, statt juristische und analytische Vokabeln
  • Die User müssen es überall bestätigen! Wie Cookie-Hinweis „Ex und Hopp“
  • Nach Optimierung 70-80% Consent-Quote möglich
  • Consent-Banner-Optimierung in A/B Testing aufnehmen

Was passiert aber mit Analytics, wenn es keinen Consent gibt?

  • Wertvolle Analytics-Daten stehen weiterhin zur Verfügung
  • Erlaubte Tracking-Methoden auf Sessionbasis
  • Vollständige Daten-Anonymisierung
  • Session-bezogene User-Verhaltensdaten – Customer Journey Tracking
  • Conversions, Goals, Events, Custom Dimensions, Klickpfad, usw.
  • Google Analytics steht massiv unter Beobachtung der Datenschützer – Forderung: keinerlei Tracking bis Einwilligung

Wie ein anonymisiertes Tracken mit Session-Daten funktionieren kann, zeigt Piwik PRO in einem Video. Ebenfalls gibt es zu der Thematik immer wieder spannenden Beiträge auf dem hauseigenen Piwik PRO-Blog.

SEO-Kicker-Weltmeisterschaft

Nach dem zweiten Vortrag ging es für viele rüber zum Kickerturnier, bei dem die SEO-Weltmeisterschaft ausgetragen wurde. Dieses wurde ebenfalls, wie der SEO-day, von Fabian Rossbacher organisiert.

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